Inlandsreiseziele 2016

Zwischen Bergen und Meer

Inlandsreiseziele 2016

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gleichauf

Von je 100 Reisenden wählten als Ziel für ihre Haupturlaubsreise:

 20162015
Deutschland (gesamt)34.232.2
Bayern6.96.4
Mecklenburg-Vorpommern6.97.9
Schleswig-Holstein6.15.1
Niedersachsen3.63.8
Baden-Württemberg3.12.7
Alle sonstigen Bundesländer7.66.4

Deutsche Feriengebiete waren die mit Abstand beliebtesten Reiseziele der Reisesaison 2016. Insgesamt verbrachte mehr als jeder dritte Reisende seinen Urlaub zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil der Inlandsurlauber um zwei Prozentpunkte auf 34,2 Prozent. Im innerdeutschen Vergleich konnten drei Regionen besonders viele Markanteile hinzugewinnen:

  • Bayern (6,9%) verzeichnet ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr,
  • Baden-Württemberg (3,0%) verbucht ein Plus von elf Prozent und
  • Schleswig-Holstein (5,9%) sogar ein Plus von 16 Prozent.

Weniger Gäste als noch im Jahr 2015 verbrachten 2016 ihren Haupturlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 6,9 Prozent der Inlandsurlauber eine der beiden beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. 

Inlandsreiseziele im 10-Jahres-Vergleich

Mecklenburg-Vorpommern mit den größten Zuwächsen

Von je 100 Reisenden wählten als Ziel für ihre Haupturlaubsreise:

 20162006
Deutschland (gesamt)34.233.8
Bayern6.97.7
Mecklenburg-Vorpommern6.94.2
Schleswig-Holstein6.18.7
Niedersachsen3.62.1
Baden-Württemberg3.13.1
Alle sonstigen Bundesländer7.68.0

Im 10-Jahres-Vergleich ist Mecklenburg-Vorpommern der ganz klare Gewinner. Innerhalb eines Jahrzehnts konnte es seinen Anteil an Inlandsurlaubern um 64 Prozent steigern. Die Gründe für die Beliebtheit von Mecklenburg-Vorpommern sind hauptsächlich die neuere Infrastruktur, die natürlichen Gegebenheiten, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis sowie ein hoher Stammkundenanteil.

Am stärksten verloren hat Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland muss eine Abnahme um fast 30 Prozent hinnehmen. Begründet werden kann dieser Rückgang mit dem Wachstum Mecklenburg-Vorpommerns, denn die Reiseströme verschoben sich vom Westen in den Osten Deutschlands.

Das Profil des Ostsee-Urlaubers

Das Profil des Ostsee-Urlaubers

Ausgewählte Merkmale aller Ostsee-Urlauber 2016:

  
Lebensphasen 
     Jugendliche3
     Junge Erwachsene7
     Singles4
     Paare12
     Familien22
     Jungsenioren30
     Ruheständler17
Alter 
     14-34 Jahre23
     35-54 Jahre41
     55 Jahre und älter36
Einkommen 
     Geringverdiener9
     Mittlere Einkommen48
     Besserverdiener19
     Keine Angabe24
Region 
     Ost42
     West58
Wohnort 
     Dorf14
     Kleinstadt26
     Stadt31
     Großstadt30
Bildung 
     Haupt-/Volksschule21
     Real-/Fachhochschule48
     Gymnasium15
     Hochschule/Universität13

Der Badeurlaub in den Seebädern von Usedom bis Fehmarn war etwa jedem zwölften Bundesbürger eine Urlaubsreise wert (8%). Hierbei konnten in den letzten zehn Jahren besonders die Feriengebiete in Mecklenburg-Vorpommern ihren Marktanteil auf 5,3 Prozent ausbauen. Schleswig-Holsteins Ostseeküste verliert jedoch immer mehr den Anschluss an den Osten und konnte in der letzten Reisesaison nur noch die Hälfte der Gästezahl von Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen (2,7%).

Vor allem für Jungsenioren ist die Ostsee das Reiseziel in Deutschland. Aber auch Familien und Ruheständler wissen die Vorzüge des gesunden Klimas und der langen Strände zu schätzen. Die nahezu ausgeglichene Verteilung der ost- und westdeutschen Gäste an der Ostsee liegt hauptsächlich an der traditionellen Faszination Mecklenburg-Vorpommerns für die Ostdeutschen. Diese Begeisterung erreicht jedoch auch gegenwärtig ein beeindruckendes Ausmaß: Es fahren in etwa so viele Ostdeutsche nach Mecklenburg-Vorpommern wie in die drei beliebtesten Auslandsreiseziele Spanien, Italien und Türkei zusammen.

In keiner deutschen Ferienregion wurde länger verweilt als in Mecklenburg-Vorpommern. Im Binnenland an der Seenplatte blieben Urlauber im Durschnitt 15,2 Tage, an der See 12,5 Tage. An der Ostsee in Schleswig-Holstein waren es 11 Tage.

Pro Tag gaben Urlauber für fangfrische Heringe oder sonstige Kosten wie Übernachtung an der gesamten Ostseeküste 82 Euro aus. Fast die Hälfte der Besucher verfügte über ein mittleres Einkommensniveau und jeder fünfte gehörte zu den Besserverdienern. Besonders beliebt ist die Region bei der Stadtbevölkerung, zu denen jeder dritte Besucher zählte, während nur jeder achte aus ländlichen Gebieten stammte. 

Das Profil des Nordsee-Urlaubers

Das Profil des Nordsee-Urlaubers

Ausgewählte Merkmale aller Nordsee-Urlauber 2016:

  
Lebensphasen 
     Jugendliche9
     Junge Erwachsene5
     Singles4
     Paare12
     Familien17
     Jungsenioren23
     Ruheständler24
Alter 
     14-34 Jahre23
     35-54 Jahre39
     55 Jahre und älter38
Einkommen 
     Geringverdiener7
     Mittlere Einkommen49
     Besserverdiener21
     Keine Angabe23
Region 
     Ost10
     West90
Wohnort 
     Dorf14
     Kleinstadt19
     Stadt32
     Großstadt34
Bildung 
     Haupt-/Volksschule28
     Real-/Fachhochschule45
     Gymnasium13
     Hochschule/Universität14

„Gegen den Wind“ – daran denken auch heute noch viele Deutsche, wenn sie „Nordsee“ hören. Etwa jeder 17. Deutsche (5,9%) verbrachte 2016 seinen Haupturlaub an der Nordseeküste oder auf den Inseln in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein – und verbrachte dort im Schnitt 11,8 Tage. Beim Vergleich der beiden Bundesländer ist die Schleswig-Holsteinische Küste weiterhin die etwas beliebtere. Schaut man sich die Herkunft der Gäste insgesamt an, fällt auf, dass die Nordseeküste eine Domäne der Westdeutschen ist: 90 Prozent der Gäste kommen aus den alten Bundesländern und nur jeder zehnte Gast kommt aus dem ehemaligen Osten. In Bezug auf das Alter sind es besonders Ruheständler und Jungsenioren, die ihren Urlaub an der Nordsee verbrachten.

Mit 82 Euro pro Tag liegt der Nordseeurlaub mittlerweile über dem Durchschnitt der Reiseausgaben in Deutschland (78€). So verwundert es nicht, dass von allen häufig frequentierten Inlandsreisezielen Geringverdiener am seltensten an der Nordsee anzutreffen waren. Fast jeder zweite Urlauber verfügte hier über ein mittleres Einkommensniveau und jeder dritte kam aus einer Großstadt.

Das Profil des Bayern-Urlaubers

Das Profil des Bayern-Urlaubers

Ausgewählte Merkmale aller Bayern-Urlauber 2016:

  
Lebensphasen 
     Jugendliche5
     Junge Erwachsene1
     Singles8
     Paare5
     Familien18
     Jungsenioren25
     Ruheständler35
Alter 
     14-34 Jahre18
     35-54 Jahre32
     55 Jahre und älter50
Einkommen 
     Geringverdiener9
     Mittlere Einkommen50
     Besserverdiener13
     Keine Angabe28
Region 
     Ost18
     West82
Wohnort 
     Dorf18
     Kleinstadt25
     Stadt31
     Großstadt27
Bildung 
     Haupt-/Volksschule37
     Real-/Fachhochschule49
     Gymnasium5
     Hochschule/Universität8

Berge und Seen, Klöster und Schlösser, Städte und Kultur, Sommer- und Winterurlaub, Oktoberfest, Bayreuther Festspiele und noch vieles mehr – Bayern hat als Urlaubsdestination einiges zu bieten. Daher überrascht es auch nicht, dass etwa jeder 14. Bundesbürger (6,9%) seinen Urlaub in Bayern verbrachte und durchschnittlich 10,1 Tage dort verweilte. Hierbei kamen acht von zehn Reisenden aus Westdeutschland. Bei der Verteilung nach Altersgruppen stieg mit dem Alter die Reisefrequenz in das größte Bundesland: 18 Prozent waren unter 34 Jahre, jeder Dritte war zwischen 35 und 54 Jahre alt und die Hälfte der Reisenden über 55. Innerhalb der mittleren Altersgruppen waren Familien deutlich häufiger zu Gast als Singles und Paare.

Jeder zweite Bayern-Urlauber gehörte zur mittleren Einkommensgruppe (1.500€ bis 3.499€) und nur etwa jeder zehnte verfügte über ein niedriges Haushaltsnettoeinkommen. In puncto Urlaubskosten können die bayrischen Feriengebiete insgesamt als relativ kostspielig bezeichnet werden: Mit 82 Euro pro Tag bzw. 832 Euro insgesamt liegt der Bayern-Urlaub am oberen Ende der Ausgabenskala für Inlandsreisen.

Das Profil des Baden-Württemberg-Urlaubers

Das Profil des Baden-Württemberg-Urlaubers

Ausgewählte Merkmale aller Baden-Württemberg-Urlauber 2016:

  
Lebensphasen 
     Jugendliche0
     Junge Erwachsene5
     Singles4
     Paare16
     Familien12
     Jungsenioren26
     Ruheständler32
Alter 
     14-34 Jahre15
     35-54 Jahre36
     55 Jahre und älter49
Einkommen 
     Geringverdiener12
     Mittlere Einkommen45
     Besserverdiener16
     Keine Angabe26
Region 
     Ost23
     West77
Wohnort 
     Dorf19
     Kleinstadt32
     Stadt18
     Großstadt30
Bildung 
     Haupt-/Volksschule30
     Real-/Fachhochschule49
     Gymnasium7
     Hochschule/Universität14

Ob Wanderurlaub durch romantische Schluchten und Täler, Badeurlaub und Blumeninsel am Bodensee, Freizeitparkbesuche oder Urlaub auf der Schwäbischen Alb – Baden-Württemberg kann seinen Gästen viele Highlights bieten. Dies wussten vor allem die Westdeutschen sowie die älteren Gäste über 55 Jahre zu schätzen, die fast acht von zehn Gästen stellten. Innerhalb der angereisten Altersgruppen ist ein Drittel der Urlauber im mittleren Alter. Nur jeder Sechste ist unter 34 Jahre alt. In Baden-Württemberg waren 2016 kaum Urlauber unter 25 Jahren alt und nur wenige zwischen 25 und 49 Jahren. Dafür waren umso mehr Reisende Jungsenioren und Ruheständler – jeder Zweite gehörte dieser Lebensphase an.

Lediglich 9,3 Tage blieben die Gäste in den Schwarzwald- oder Bodenseeregionen, was deutlich unter dem Bundesschnitt von 10,7 Tagen liegt. Im Schnitt werden in Baden-Württemberg 82 Euro für Reisekosten am Tag ausgegeben und jeder zweite Besucher verfügt über ein mittleres Einkommensniveau, während nur knapp jeder zehnte Geringverdiener dort urlaubte.

Baden-Württemberg verfügt über viele Ausflugsziele, Wellnessangebote und kulinarische Highlights – und diese breite Attraktivität führt dazu, dass viele Bundesbürger Baden-Württemberg eher als Ziel für eine Kurzreise oder einen Wochenendtrip wahrnehmen und ihren Haupturlaub lieber an der Küste oder in den Bergen verbringen.